Montag, 6. November 2017

Das Call of Duty WW2 Ego-Shooter Bestseller Blog



Call of Duty WW 2 besinnt sich seiner Wurzeln und kehrt nach World at War, dem Call of Duty von 2008, wieder zum Zweiten Weltkrieg zurück. Der Schritt fühlt sich für die Serie beinahe erfrischend an, auch wenn Veteranen der Reihe über viele bekannte Szenen stolpern werden. Streng genommen ist die Anfangsszene in der Normandie gar von der ehemaligen Inspiration von Call of Duty, namentlich Medal of Honor Allied Assault, übernommen - und diese ist wiederum quasi eine 1:1-Kopie der Normandie-Landung in Spielbergs Hollywood-Kriegsdrama Saving Private Ryan. Das ist zwar nicht sehr einfallsreich, doch zählt der blutige, schockierend brutale Sturm auf den Strand zu den wohl eindrücklichsten und bekanntesten Kriegsszenen aus Hollywood - kein Wunder, dass sie häufig zur Inspiration herhalten muss. Und der Vergleich mit Hollywood passt bei Call of Duty WW2 vielleicht noch besser als sonst für die Serie typisch: Der Spieler wird beinahe ohne Pause oder Selbstbestimmung durch die Level gescheucht, als hinge er nicht mit der Hand an der Steuerung, sondern wie der Blick eines Kinobesuchers gebannt auf der Leinwand - auf welcher Kameramann und Spezialeffekt-Crew stets die interessantesten, explosivsten und wichtigsten Elemente in den Fokus rücken.

Der Vergleich mag etwas unfair erscheinen, schließlich ist auch Call of Duty WW2 ein Spiel, in dem Sie selbst spielen können - und die gewohnten Mechaniken funktionieren und engagieren. Es gibt sogar einige Neuerungen, so entfällt die regenerierende Gesundheit - ersetzt durch ein System, das direkt aus Bioshock Infinite entnommen wurde und dort die Zusammenarbeit und die gegenseitige Abhängigkeit zwischen dem Protagonisten und Elizabeth betonte; und nun das Gefühl von Kameradschaft akzenutiert. Doch liegt das Hauptaugenmerk von Call of Duty WW2 klar auf der cineastischen Präsentation und der Führung des Spielers.













Call of Duty WW2 - Technisch ansprechender Hollywood-Shooter

Diese Fokussierung auf eine filmischen Präsentation und Führung des Spielers ist auch anhand der eingesetzten Technik offensichtlich.




Es kommen eine Vielzahl Filter zum Einsatz, darunter Chroma-Verschiebung, Filmkörnung und eine großzügig eingesetzte Tiefenschärfe. Letztere wird sehr häufig dazu genutzt, den Blick des Spielers in die Bildschirmmitte zu lenken (vgl. Center-Framing). Dort wiederum spielt sich die Action ab, das Hauptmotiv wird in Szene gesetzt, die Aufmerksamkeit des Spielers ist zumeist so zentral wie das Fadenkreuz. An den Rändern wird das Bild unscharf und lenkt wiederum von Levelbegrenzungen oder dem abseits der Action recht schnell abfallendem Detailgrad ab. In den Zwischensequenzen, die erfreulicher Weise zu weiten Teilen in Echtzeit laufen, wird die cineastische Absicht nochmals deutlicher: Die digitalisierten Schauspieler wirken dank detaillierter Texturen, schicker Ausleuchtung und feiner Verschattung sowie beinahe lebensechter Gesichtsanimationen so glaubhaft wie bislang in noch keinem Call of Duty - und auch nur wenigen anderen Spielen. Die Tiefenschärfe setzt nochmals verstärkt Fokus und wird zudem in einer höheren Qualität samt schicken Bokeh-Linsenartefakten angewandt. Beim Betrachten der Szenen ist gar der Einsatz der Drittel-Regel zu beobachten, kein Zweifel, hier waren Film-Fans am Werke. Einige der Effekte lassen sich im erfreulich umfangreichen Optionsmenü auch deaktivieren oder zumindest anpassen; generell jedoch ist Call of Duty WW2 offensichtlich auf diesen Look ausgelegt.
Der filmische Ansatz eines Call of Duty kann sicherlich kontrovers diskutiert werden, es besteht aber kaum ein Zweifel daran, dass Call of Duty WW2 sehr effektiv darin ist, diesen Ansatz umzusetzen. Der Spieler wird an der Hand genommen und durch ein Achterbahn-ähnliches (Film-)Set geführt. Die eingesetzten Techniken dienen häufig dazu, den Spieler zu lenken. Lichtquellen weisen subtil den Weg, die feldgrauen Gegner erhalten ab mittlerer Distanz gar einen Shader-Effekt, der sie stark von der Umgebung absetzt - Anti-Tarn, sozusagen. Figuren, Effekte und Explosionen sind so gesetzt, dass der Spieler sie bestmöglich im Auge hat. Während andere, kulissenhafte Elemente, Begrenzungen oder die eine oder anderen unschönen Texturen oder Objekte aus dem Fokus genommen werden - ganz wie in einem Hollywood-Blockbuster.

Dabei lohnt hier und dort auch mal ein genauerer Blick. Denn der Detailgrad in Call of Duty WW2 hat in einigen Belangen deutlich gegenüber Vorgängern zugelegt. So ist der Polygon-Count deutlich höher als je zuvor, was insbesondere auf die Landschaftsdarstellung zurückfällt. Offenbar nutzt Call of Duty WW2 neben Parallax-Maps außerdem Displacement Mapping, um zusätzliche Geometrie zu erzeugen. Dazu sind die meisten Texturen hochauflösend genug, um auch bei Ultra-HD-Auflösung gut zu funktionieren, Streaming-Probleme sind bei passender Hardware und Settings praktisch unauffindbar, Verschattung sowie Beleuchtung wirkt sauberer und feiner als noch in Infinite Warfare oder dessen Vorgängern. Auch das Shading und die Wechselwirkung mit dem Lighting wirkt natürlicher, doch dies kann auch auf das realistischere Szenario und den etwas gesetzteren Ton der Farbpalette zurückfallen. Generell ist Call of Duty WW2 durchaus ansehnlich, auch wenn der Activision-Shooter technisch weniger überragend als ein aktueller Frostbite-Konkurrent wirkt.

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